Wie bleibt Demokratie im Alltag lebendig? Welche Fähigkeiten brauchen Menschen, um sich für demokratische Werte einzusetzen, unterschiedliche Meinungen auszuhalten und andere zu gesellschaftlichem Engagement zu motivieren? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Mitarbeitenden des Fachbereichs Jugendsozialarbeit der KJA Bonn bei ihrem Fachbereichstreffen am 19. Juni 2026.
Viermal im Jahr kommen die Mitarbeitenden der verschiedenen Einrichtungen und Angebote der Jugendsozialarbeit zusammen, um sich mit aktuellen fachlichen Themen auseinanderzusetzen. Beim jüngsten Treffen stand die „Demokratiefitness“ im Mittelpunkt. Bis zu 20 Fachkräfte nahmen an dem praxisorientierten Workshop teil, der von Respekt Coachin Pia Machinek angeleitet wurde.
Im Mittelpunkt standen drei von insgesamt zehn „Demokratiemuskeln“, die Menschen benötigen, um Demokratie nicht nur als Staatsform, sondern auch als gelebte Lebensform zu stärken: die „Starke Stimme“, das „Aktive Zuhören“ und die „Mobilisierung“. Beim Training der „Starken Stimme“ ging es darum, die eigene Sprachfähigkeit für demokratische Werte zu stärken. Die Teilnehmenden setzten sich damit auseinander, wie sich überzeugende Argumente für Demokratie formulieren lassen und wie man demokratiefeindlichen Positionen sachlich begegnen kann. Der Demokratiemuskel „Aktives Zuhören“ richtete den Blick auf die Fähigkeit, unterschiedliche Meinungen und Perspektiven wahrzunehmen und ihnen zunächst vorurteilsfrei zu begegnen. Gerade in gesellschaftlichen Debatten ist es wichtig, auch Gegenstimmen verstehen zu können, ohne die eigenen Werte aus dem Blick zu verlieren. Im dritten Baustein, der „Mobilisierung“, standen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt. Gemeinsam wurde der Frage nachgegangen, wie junge Menschen im Alltag dafür gewonnen werden können, sich selbst für demokratische Werte einzusetzen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
Besonders wertvoll war dabei der hohe Praxisbezug. Die erprobten Methoden eignen sich sowohl für die Arbeit mit kleinen Gruppen als auch für größere Veranstaltungen und können in unterschiedlichen Kontexten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt werden. In den Seminarräumen des Berufskollegs Bonn-Duisdorf hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, die Übungen selbst auszuprobieren und ihre Einsatzmöglichkeiten für die tägliche Arbeit zu reflektieren. Die Demokratiefitness ist dabei kein Einzelereignis, sondern Teil eines langfristigen Engagements der KJA Bonn für Demokratiebildung. Veranstaltungen wie die „Tafel der Demokratie“, das „Demokratiewochenende“ für Jugendliche und junge Erwachsene sowie zahlreiche weitere Projekte zeigen, welchen Stellenwert demokratische Bildung in der Jugendsozialarbeit der KJA Bonn einnimmt. Denn Demokratie lebt davon, dass Menschen sie aktiv mitgestalten – und genau dazu möchte die KJA Bonn junge Menschen ermutigen.
Ein besonderer Dank gilt Respekt Coachin Pia Machinek für die fachliche Vorbereitung und Durchführung des Workshops sowie Alexander Rönn, Schulsozialarbeiter der KJA Bonn, für seine Unterstützung.